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Die Kulturregionen - Landschaften mit Profil132

Die kulturellen Landschaften Nordrhein-Westfalens zeichnen sich aus durch Vielfalt, Kreativität und Weltoffenheit. Theater und Orchester, Museen, Bibliotheken, freie Szene, vor allem aber die etwa 30.000 hier lebenden Künstlerinnen und Künstler bestimmen das Klima des Landes mit.

Dabei hat jede Region in Nordrhein-Westfalen ihr unverwechselbares kulturelles Profil. Um diese Besonderheiten kenntlich zu machen, spielt ein bundesweit einzigartiges Förderprogramm die entscheidende Rolle: die Regionale Kulturpolitik. Diese Form der Kulturförderung hat sich in Nordrhein-Westfalen seit 1996 etabliert und bis heute manche Nachahmer gefunden.

Initiiert und getragen wurde sie vom Konzept der Regionalen Kulturpolitik. Bereits im Zuge der Regierungsbildung 1995 war die teilweise Regionalisierung der Kulturförderung zu einem zentralen Anliegen der Landeskulturpolitik avanciert. Im Kern ging es darum, eine neue, zusätzliche kulturelle Handlungsebene zwischen Land und Kommunen einzuziehen, um so den regionalen Austausch wie auch die Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren der Kulturpolitik und -arbeit im Lande zu fördern.

Zu diesem Zweck wurden 10 Regionen gebildet, die jeweils auf gemeinsamen historischen und kulturellen oder arbeitspragmatischen Fundamenten ruhten. Gleichzeitig benannte die jeweilige Region spezifische Entwicklungspotentiale, die es fortan kulturell zu profilieren galt. Zudem wurden "Ziele und Förderthemen" formuliert, die die Regionale Kulturpolitik landesweit leiten sollten. Hierzu gehören etwa die Verbesserung der kulturellen Infrastruktur, die Intensivierung des Informationsaustausches der Akteure untereinander, die Qualifizierung und Vernetzung des Kulturangebots, die verbesserte Verzahnung mit anderen Politikfeldern, die Entwicklung von kulturellen Highlights sowie die Etablierung neuer Kulturformen und -einrichtungen.

Alles in allem sind damit die Aufgaben und Tätigkeitsbereiche der Regionalen Kulturpolitik auf die spezifischen Bedürfnisse und Entwicklungspotentiale in den 10 Kulturregionen des Landes bezogen. Doch es gibt auch Ausnahmen, sog. Querschnittsprofile, die gleichsam im ganzen Land Geltung haben. Neben den innovativen, vernetzenden und qualifizierenden Aufgaben der Regionalen Kulturpolitik zählt auch die Kinder- und Jugendkultur, deren Weiterentwicklung insgesamt proklamiert wird und gefördert werden soll. Explizit haben sich dazu die Kulturregion im Münsterland (Profil: "Konzept Kindermuseum") und am Hellweg (Profil: "Junger Hellweg") bekannt, doch auch die anderen Regionen haben zunehmend eingesehen, dass das Problem der "nachwachsenden Kultur" bzw. des "kulturellen Nachwuchses" - so etwa der Titel einer Fachtagung in der Rheinschiene im Jahr 2000 - zur Überlebensfrage vieler "klassischer" Kultureinrichtungen werden könnte. Ein weiteres Querschnittsprofil ist die interkulturelle Arbeit und Initiativen, die sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass wir bald ein potentielles Kulturpublikum haben werden, das sich zu 30 - 40 % aus Migrantinnen und Migranten zusammensetzt. Projekte, die dieses Profil ausfüllen, werden besonders gefördert.134


 

Regionale Kulturserver:
kulturserver-bergischesland.de
kulturregion-swf.de
hellweg.org275

 
Mehr zur Zielsetzung der Regionalen Kulturpolitik sowie Ansprechpartner finden Sie auf den Seiten der Staatskanzlei NRW unter Regionale Kulturpolitik in NRW .276