Die Veranstalungsdaten der Musiktheaters im Revier werden aus technischen Gründen erst in Kürze wieder zur Verfügung stehen.
Im MiR verschmelzen Architektur und Kunst: Das Musiktheater im Revier gehört zu den bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit. Am 15. Dezember 1959 wurde der neugebaute Komplex nach den Entwürfen der Architektengruppe Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen mit zwei Spielstätten - dem Großen und dem Kleinen Haus - eröffnet. Die damals wie heute sensationelle Integration von Architektur und bildender Kunst gibt dem Theater seinen unverwechselbaren Charakter: In der Bauhütte Werner Ruhnaus arbeiteten der Franzose Yves Klein, der Schweizer Jean Tinguely, der Engländer Robert Adams und die beiden Deutschen Norbert Kricke und Paul Dierkes gemeinsam an der äußeren und inneren Gestaltung des Musiktheaters. Seit 1997 steht das MiR unter Denkmalschutz.
_____'Es lebe die europäische Situation, es lebe das Theater in Gelsenkirchen!' - Was Yves Klein Ende der fünfziger Jahre in seinen Briefen an den federführenden Architekten des neuen Theaters, Werner Ruhnau, emphatisch zum Ausdruck brachte, liest sich heute wie ein Manifest. Und es ist auch eines, denn die mutige Entscheidung der Politiker und Kulturverantwortlichen in Gelsenkirchen für ein Theater avantgardistischen Zuschnitts erregte internationales Aufsehen.
_____Jeden Besucher lädt das Musiktheater im Revier ein, stehen zu bleiben, inne zu halten und ein Stück Bau-Kunst oder Kunst am Bau intensiver zu betrachten: Von außen fallen die filigranen Röhrenplastiken von Norbert Kricke auf, die vor dem dunkel gestalteten Kleinen Haus in spannungsvollem Gegensatz zu Robert Adams' weißem 'Eingangsklotz' stehen. Betritt man das Große Haus, entdeckt man erst auf den zweiten Blick die kunstvolle Gestaltung der weißen Betonwände, die den Zuschauer- und Bühnenraum von den lichtdurchfluteten Foyers trennen. Höhepunkt des 'Aufstiegs' zum oberen Foyer sind für jeden Zuschauer die riesigen blauen Reliefs und Schwammreliefs von Yves Klein. Im Kleinen Haus locken unaufdringlich die grauen Mobiles von Jean Tinguely das Auge des Betrachters, ehe man sich im variablen Zuschauerraum auf das Bühnengeschehen konzentriert.
_____Gegensätze zwischen hell und dunkel, außen und innen, zwischen strengen rechteckigen Formen und weichen Rundungen, zwischen Farbe und schwarzweiß bis hin zur Farblosigkeit, begegnen uns im Musiktheater im Revier auf Schritt und Tritt. Unvergessen bleibt nach einem Theaterabend das intensive Blau der Yves Klein-Arbeiten im Foyer. Tauchen Sie ein ins MiR!