Die Severinstorburg (lat. Severinus = der Strenge), im Mittelalter 'Porta Sancti Severini', später Severinsportz(en), Severinspforte, auf Kölsch auch Vringspooz oder einfach Severinstor genannt, ist eine von vier erhalten gebliebenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln.
Neben dem Severinstor gibt es heute noch die Eigelsteintorburg und die Hahnentorburg. Im Gegensatz zu diesen sind am Severinstor noch mehrere Meter der anschließenden Stadtmauer erhalten. Ein viertes erhaltenes Tor ist die Ulrepforte, auch Karthäuser Mühle genannt.
Die Severinstorburg, ein Teil der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer, ist neben St. Severin das Wahrzeichen des Severinsviertels in Köln und ein exzellentes Beispiel mittelalterlicher Befestigungsbaukunst. Etwa in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das Severinstor als schwere Turmtorburg mit sechseckigem Turmaufbau, 4-stöckig über der Grundmauer (Tordurchgang), mit zinnenbewerter Dachplattform aus Tuffsteinen errichtet. Auf der Feldseite erhielt es zwei kleine, zweistöckige Flankentürmen (Eckwarten), ursprünglich mit Zinnen, seit dem 17. Jahrhundert mit aufgesetzten Kegelhelmen versehen. Sie dienten der direkten Verteidigung des Toreingangs. Es sicherte die wichtige Strasse in den Süden des Reiches nach Bonn und galt als bedeutender strategischer Standpunkt, denn es schützte zudem mehrere Klöster. Um das 15. Jahrhundert herum wurden zusätzlich noch Geschützkammern zugefügt. Zeitweise war die Torpassage verkleinert worden.
Nach der Schleifung der Stadtmauern 1881 beherbergte das Tor ein Naturkundemuseum, später ein Hygienemuseum. In der Zeit des Nationalsozialismus beheimatete der Turm die Kölner Hitler-Jugend. 1979 wurde es zu einem Bürgerzentrum umgebaut, in dem man Räume anmieten kann. Eine Karnevalsgruppe spielt jedes Jahr zu Weiberfastnacht die Sage des Jan von Werth vor dem Severinstor nach.
Heute ist die Severinstorburg offizieller Trauort der Stadt Köln. Die Räumlichkeiten - Bürger- und Severinsstube, sowie der Turmsaal - können für private Feiern gemietet werden. Das mittelalterliche Stadttor am zentral gelegenen Chlodwigplatz bietet stilvolle Veranstaltungsräume und aus dem obersten Turmsaal einen einmaligen Ausblick auf den Dom.
Die Besichtigung der Räume ist möglich Montags und Mittwochs von 17 - 18 Uhr
ohne Voranmeldung und unverbindlich.