Arbeiterschlafhäuser im Bereich der Stadt Hilchenbach
Durch die Umwandlung des 1769 errichteten Dahlbrucher Reckhammers 1834/35 in eine Eisengießerei der Gebrüder Klein und dem verstärkt einsetzenden Bergbau in Müsen wurden nachweisbar ab 1856 sogenannte Arbeiterwohnungen für die auswärtigen Arbeiter und Bergleute erbaut, die nur am Wochenende ihre Familien aufsuchen konnten. Die errichteten Gebäude standen meist in unmittelbarer Nähe der Betriebe, damit diese recht schnell ihre Arbeitsstätte erreichen konnten.
Zuletzt wurde noch 1907 die dreigeschossige Arbeiterwohnung nebst Menage durch die Gewerkschaft Stahlberg auf dem heutigen Grundstück Glück-Auf-Straße 29 in Müsen errichtet, die unmittelbar gegenüber der Einfahrt zum Stahlberger Erbstollen lag und seit 1932 anderweitig genutzt wurde.
Reinhard Gämlich, Stadtarchivar Hilchenbach
Öffnungszeiten
Sieben Arbeiterhäuser sind heute in der Örtlichkeit noch vorhanden. Sie können von außen besichtigt werden.
Hilchenbach-Dahlbruch
1) Carl-Kraus-Straße 1
Errichtung einer Arbeiterwohnung (heute Wohnhaus)
Bauherr: Firma Gebrüder Klein. Gemarkung Dahlbruch Flur 6 Nr. 12
Antrag vom 31. Juli 1893, Genehmigung vom 4. August 1893
2) Carl-Kraus-Straße 4
Neubau eines Arbeiterwohnhauses (Arbeiterschlafhaus)
Bauherr: Firma Gebrüder Klein
Gemarkung Müsen (später Gemarkung Dahlbruch) Flur I Nr. 618/426. Antrag vom 7. März 1872.
Das Arbeiterschlafhaus wurde umfassend renoviert.
3) Hillnhütter Straße 71
Neubau eines Arbeiterwohn- und -schlafhauses, Antrag vom 16. August 1900
Bauherr: Maschinenbau Aktiengesellschaft vormals Gebrüder Klein.
Umbau des bestehenden Schlafhauses in drei Arbeiterwohnungen
Bauherr: Maschinenbau Aktiengesellschaft vormals Gebrüder Klein
Antrag vom 27. Juni 1901, Genehmigung vom 8. Juli 1901
4) Müsener Straße 12, 14, 16 und 18 (heute Wohnhaus)
Neubau einer Arbeiterwohnung
Bauherr: Firma Gebrüder Klein
Antrag vom 4. Juni 1857, Genehmigung vom 11. Juni 1857
Hilchenbach-Müsen
5) Auf der Stollenhalde 7
Neubau eines Zechenhauses (Neue Arbeiterwohnung)
Bauherr: Gewerkschaft der Grube Stahlberg
Gemarkung Müsen Flur II Nr. 754, Genehmigung vom 19. Juni 1856
(Revisionsbericht vom 1. Mai 1860: 'Auch jetzt noch nicht vollständig ausgebaut')
6) Auf der Stollenhalde 13/15 (heute Wohnhaus)
Alte Arbeiterwohnung (bereits 1858 vorhanden)
Bauherr: Grube Stahlberg
7) Glück-Auf-Straße 29
Neubau einer Arbeiterwohnung nebst Menage und Abortanlage, Gemarkung Müsen Flur 11 Nr. 110
Bauherr: Gewerkschaft Stahlberg
Antrag vom 20. April 1907, Genehmigung vom 18. Juli 1907
Andere Nutzung nach der Aufgabe als Arbeiterschlafhaus:
-Arbeitslager
-SA-Führerschule/SA-Sportschule
-Landjahrlager
-Firma Gebrüder Sieper