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Willkommen auf meiner Seite NeoLitausdemNeanderthal (Wz)

NeoLit aus dem Neanderthal

Wenn ich mich sehr anstrengen wuerde, koennte ich fast von meinem Wohnsitz aus einen Stein ins Neanderthal schleudern. Doch

derlei Distanzen liegen mir nicht im Sinn mit dem Motto: neolitausdemneanderthal.

Eher denke ich dabei an eine z e i t l i c h e Dimension auf der Zeitachse der menschlichen Entwicklung. Dabei zeigt sich, dass wir uns mit unserem Trachen, Sinnen , Wirken manchmal noch im Neanderthal befinden.

So ein interessanter Vorschlag im Hinblick auf >Konfliktbewaeltigung< und >Verarbeitung der Lebenserlebnisse<:

Man/frau kann einen Roman schreiben ueber die Leute, >die mir das angetan haben<. Eine andere, viel effektivere Bewaeltigung der Vergangenheit waere: Putze alle weg die dir das angetan haben, dann brauchst du nicht mehr zu schreiben.

Genesis

Als kleiner junge wusst ich es schon.

Das all ist nichts als das aufspruehn

eines zuendholzkoepfchens

aus meiner hand

in einen trockenen strassengraben

an einem heissen fruehlingstag.

Irgendwann. Irgendwo.

NeoLit aus dem Neanderthal(Wz)

von bejot

Bernd Jacobs,D- 40822 Mettmann, Nourneystr. 43

Tel.: 02104/783864; E-Mail: diesteinzeit.ung@googlemail.com

...die Darstellungsweise ist unpathetisch und gradlinig. Seine Gedichte sind entsprechend komprimierte Schilderungen von Zustaenden, Beobachtungen, Aengsten. Hier schwingt, ob Metapher oder Reim, durchaus Poesie mit und laedt zum Gedankenflug ein ; so urteilt die Presse beispielsweise ueber bejots Literatur.

Allerdings kommt die Literatur bejots auch manchmal knorrig daher, und es knirscht vernehmlich, wenn einige Koernchen (Wahrheit??!) in die Political -correctnes-Maschine geraten.

Leute, die sich zum Beispiel unter Nicht lulli; kein Schnulli (Untertitel des Bandes Die Reseolre-Legende) nichts vorstellen koennen wissen aber sehr genau, was sie in diesem Bande n i c h t finden werden.-

Gedichtband Wir alle sind Prokrustes ISBN 3-934808-01-5

brosch. ,120 Seiten, : 10,25Eur,

Roman Tod der Stadt, ISBN 3-934806-02-3, brosch., 308 Seiten, : 23,--Eur,

Anthologie Weihnachten, Wannengedichte, und anderes, weniger Ernstes, ISBN 3-934806-03-1, brosch. ,186 Seiten, 6 Abbild. : 17,90Eur.

Buecher sind beim Autor zu erwerben.

Aphorismen, Gedichte >Die Reseolre - Legende<, ISBN

3-934806-00-7, brosch., 164 Seiten, :11,66 Eur. Im Buchhandel erhaeltlich. Bei Lieferschwierigkeiten bitte an

o.a. Adresse wenden

bejot ist im Internet, u. a.unter:

http://www.bj-verlag.com

http://neolitausdemneanderthal.log.ag/

Frau im Eis

Dein Mantel - kostbar - nuetzt nichts mehr.

Der Ring am Zapfen - Finger benannt -

sitzt an der kleinen Moerderhand,

die du selbst an dich legtest.

Der Sprung ins Dunkle ging recht schnell.

Wozu es kam, ging laenger.

Ein Nerz, ein Ring, Brillanten nicht

den Zweifelswurm erschlugen

in deinem Herzen, das eiseskalt

dem Wehr gemach entgegentreibt.

Ein Schlosser, einfach, doch ein Mann:

Du haettest ihn nehmen sollen. -

Wie er dich nahm, da bliebst du kalt,

und dachtest nur an Gipfel. -

Hinab sie stiessen dich in das Eis,

das panzert nun deinen Schaedel.

Der Haken, den der Wehrmann schwingt,

rutscht ab, faengt sich im Kleide.

Bepelzte Haende fassen zu;

es dampft der Fluss im Froste.

Muessig ist es, so scheint es mir,

den Panzer zu zerschlagen,

der Mund und Auge, Haar, geschuetzt

vor unbarmherigen Schollen:

Du haettest ihn nehmen sollen. -

















Ausblicke aus der Kanalisation

Langsam schiebt der Mann seinen helmbedeckten Kopf aus dem Kanalloch. Umsichtig prueft er den heranbrandenden Verkehr, der nur durch das Spinnweb von wenigen rot-weissen Latten und Baendern davon abgehalten wird, an diesem dampfenden Loch zu kollabieren.

Es regnet. Die zischenden Reifen des Morgenverkehrs wirbeln ihm Wasserdunst ins Gesicht. Durch das U-Profil der Strassenbahnschienen schwallt traege das Regenwasser. Gurgelnd versackt das von farbigen Oelschlieren bedeckte Rinnsal des Bordsteins im Gully.

Unter seinen fest in die Steigeisen verklammerten Stiefeln die Sturzflut der Ursuppe aus menschlichen Ausscheidungen, verduennt mit dem ueberschuessigen Zwangswasser ferner Baeche, Fluesse, Seen, und dem Untergrund. Die schlaffen, duennen Latexhaeute, aufgequollenen Wattebaeusche, schmale und breite Zellstoffstreifen mit bunten Kunststoffolien, das winzige, fast schon skelettierte, zartgliedrige Koerperchen treiben in Schussfahrt vorbei an den quietschenden Ratten, dem nahmenlosen hochaufloesenden feuchten Grab der Milliarden Bakterien zu.

Der aufsteigende, miasmatische raubtierhafte Geruch legt sich ihm wie eh und je seit fast dreissig Jahren auf seinen Atem. Der Mann zieht sich die Kapuze seines orangenen Arbeitsanzugs ueber die regennasse Haare, wischt sich das Regenwasser aus dem Gesicht, schaut missmutig zwischen seine Beine nach unten und murmelt: >Alles Scheisse<.



Der speiende Pulk von Intolerasten

bereitet uns feixend das Scherbengericht.

Wir gehen gemeinsam,

und legen uns ins Bett der paarweisen Taeuschung.

Wir verfallen nicht dem Taumel der Sinne,

sondern sondern mit Schmerzen Abklaerung ab.


(aus dem Band >Die Reseolre-Legende<, erhaeltlich im Buchhandel, auch Internet, oder bei Bernd Jacobs, Nourneystr. 43, D-40822 Mettmann)

Das atomare Inferno, welches von Endzeit-Regisseuren so gern in ihren Filmen beschrieben wird, gibt es schon laengst. Fahrt nach P r i p j a t, der ehemaligen 40 000 Einwohnerstadt in Belo-Russland. Hier faenden die oben beschriebenen Regisseure ihre geliebte Kulisse; aber in echt! -





Es kommt ein Herbst. . .



Es kommt ein Herbst

waehrt hundert Jahr,

sowie einen Tag,

der juengst kommen mag.

Reiche Ernte,

aus der man lernte.

Umsonst geborgen,

weil uebermorgen

nur einige leben,

die nichts drum geben.

Es kommt ein Herbst. -

Mit weissen Haaren

und mueden Blicken,

gebeugten Ruecken,

schlurfen Gestalten

die Hebel schalten.

Oelen Maschinen,

die keinem dienen.

Erzeugen Termen

statt zeugender Spermen.

Es kommt ein Herbst;

ist nicht verzeichnet. -

Sie legen nieder

die mueden Glieder.

Die rote Sonne

gibt keine Wonne.

Die Erde ist kalt,

verschwunden der Wald

durch Pikadon.

Iguanodon. -

bejot

Dieses Gedicht ist in dem Gedichtband >Wir alle sind Prokrustes<, ISBN 3-934806-01-5, erschienen







Still und blass ruht der

See in mir.

Das Seehaus, geflutet

bricht sanft durch den zittern-

den Wasserspiegel;

untrueglich schmerzhaftes Mal

fuer den Stand meiner Traenen.

Rundum keine Arche,

kein Vogel - im Schnabel der

Zweig.

Nicht woelbt sich ein Regenbogen

ueber das Land.

Nichts bleibt mir uebrig, als

einsam weiter zu treiben.

(aus: >Die Reseolre-Legende< v. bejot, I S B N 3-934806-00-7)



Malerei und Literatur passen in einer besonderen Weise zusammen, wobei aller-

dings die Malkunst mit Abstand die aeltere ist. In der Morgenroete der Menschheit

verstand diese es zuerst, eine Sache mit einem M a l zu (be)zeichnen. Und dies

lange, bevor die abstrakten Zeichen der Sprache erfunden wurden.

Literatur und Malerei passen besonders gut bei Vernissagen zusammen, insbe-

sondere, wenn zu dem Geruch des frischen Firnisses der neuen Bilder auch der

Klang von neuen Texten, neuen Gedichten hinzukommt.

Allerdings kann dies problematisch werden, wenn die Kuenstlerin, der Kuenstler

meint, die Veranstaltung mit eigenen Texten aufmoebeln zu muessen in demGlau-

ben, die eigenen Texte seien mindestens so gut wie die durchaus passablen ge-

malten Werke. Manchmal eine folgenschwere, peinliche Entscheidung,denn wirk-

lich gut kann man in der Kunst nur in e i n e r Sache sein. Multitalente wie bei-

spielsweise Leonardo da Vinci einmal ausgenommen. -

Was aber besonders fuer Kuenstlervereinigungen gilt: Man muss dem artfremden

Kuenstler auch eine Chance geben, allein schon wegen des vielbeschworenen ,

aber in der Regel nicht verstandenen Synergieeffekts.

Und genau dies tut der Duesseldorfer Maler Nico S u l l u s, der mir oefters die

Chance gab, bei seinen Vernissagen als Literat auftreten zu koennen.

Ich werde hier auf dieser Site mit der Einwilligung von Nico Sullus einige seiner

Bilder darstellen, versehen mit meinen Kontexten.

Er hat sein Schicksal in der

Hand

und Nerven sind

gespannt

sitzen die andren am

Ring

lauern alle auf diese

Runde

kommt es jetzt an.

Der Gong ertoent,

der Boxer schnellt vor,

der Ruck seines Arms schleudert

den Gegner auf das

Parkett

droehnt: Der Ringrichter zaehlt. . .

Nein, Isaak, nein.

Mit diesen Aepfeln haett'st du nicht

das Geheimnis der Schwere entdeckt;

denn die waer'n nach dem Sturz

vom faulenden Stiel

mit dem Apfelwickler davon geflogen,

und - wer vermag es zu sagen -

bei ein'm Stein namens Albert gelandet

.



Moderne Dichtung



Bewegst du dich auf dem tiefen Meer

der Buchstaben, Woerter und Sprueche.

Pass auf! - Die Leuchtfeuer der grossen

Werke,

die abgewetzten Klippen der Metaphern,

die seichten Untiefen der Banalitaet,

und ueberall die Gestade des Stumpfsinns.

Auf dieser Breite such nicht nach Neuland.

Die neuen Ufer: Noch nicht in Sicht.

(aus: >Ihr seid ja alle Prokrustes!< v. bejot, I S B N 978-3-8334-7375-3)





Die Verheimlichung von Sore

Der Motormittelzapfen waelzt sich

traege, pelzig, eirig im Lager

hoert mir auch auf,

hoert ihr?

(aus: ,,Die Reseolre-Legende" v. bejot, I S B N 3-934806-00-7)





Der gefallene Schatten

In mir ist es hell.

Auf dem Boden mein Schatten

Der Blick ist nun frei.

(aus: ,,Die Reseolre-Legende" v. bejot, I S B N 3-934806-00-7)

Anmerkung: Die Qualitaet der fotografischen Aufnahmen der Bilder Nico's ist

nicht professionell, eben so wenig die Darstellung dieser Bilder hier auf dieser

Site. Ich hoffe jedoch, dass die Botschaft (neudeutsch: message) rueber kommt.







Das schwarze Fleisch, zahngeraedert,

im Hafen der Augenweide

ist und bleibt begruent.

Hauptsache: Melancholie

stirbt an einer Ueberdosis

Z e i t .

Den traurigen Engeln

wird das Gefieder gefegt.

Sie lernen lachen.









Schattenboxen ueber dem Abgrund

. . . und rudert nur mit euren

Pinselarmen,

und malt den Weg, den ihr gehen wollt.

Verlasst die zugewies'ne Spielflaeche nicht.

Der unueberbrueckbare Abgrund verschlingt den

Verlierer.

Ein Scheissspiel, eigentlich, meine ich. . .





unbewaeltigte vergangenheit

dein bild verdraenge ich weiss

dass es nicht schwindet sonde

rn lagert in den raeumen die/

sich langsam fuellen bis alle

fugen platzen / helf gott dass

es mich nicht zerreisst.

(aus: ,,Die Reseolre-Legende" v. bejot, I S B N 3-934806-00-7)





Weihnacht 1987

Der Strassenzustandsbericht meldet Nebel,

der - hier auch, in der milden Luft -, um halb Eins,

von Natriumdampf - Lampen angestrahlt,

ums gut verdaemmte Betonskelett gleimt.

Ans Windauge lockt mich ein Ton, nie erwartet.

Auf der Mauer, die Amsel,

schmettert ihr letztes oder ihr erstes Lied

in diese verlorene, seltsame Nacht:

der letzten vor Heilig - Abend.

(aus: ,,Die Reseolre-Legende" v. bejot, I S B N 3-934806-00-7)



Wie ich schon oben erwaehnte, sind die Bilder von Nico Sullus in situ noch viel

schoener. Selbstverstaendlich werde ich jeden Interessenten, der sich weiter unten

meldet, Nico vermitteln.

NeoLit aus dem Neanderthal(Wz)

Die Vielfalt auf dem Literaturmarkt wird bald nur noch von einigen, wenigen Dinosauriern beherrscht. Und die Lebensdauer vieler kleiner Verlage wird nur durch die Standfestigkeit gegen das Grosse Fressen definiert.

Und das Warten auf den grossen Kometeneinschlag, der die Monster der Vorzeit hinwegfegt dauert viel zu lange, nach dem Motto:

Auch langes, unverdrossnes glauben

fuehrt nicht zum gewuenschten ereignis.

Der tod kommt dir dazwischen,

schreibt dir die zeit nicht gut.

Also wuseln die kleinen Verlage zwischen den Stampfbeinen der Giganten herum und versuchen, eine Nische, Luecke zu finden, oder noch besser: einen Ausweg. Und dies kann durchaus das neue Medium, das Internet sein.

Und dies versucht der Autor.

Mit seiner Praesentation im Internet will er auch gleichzeitig ein Verlautbarungsorgan, die STEINZEIT-ung, herausgeben. Diese ZEIT-ung soll in sporadischem Wechsel die Zeitlaeufte kommentieren, nach Moeglichkeit aber ganz anders als die >normalen< Zeitungen.




Das Neanderthal ist nicht so sehr als Ortsbezeichnung gedacht, sondern eher

als eine Bezeichnung in der Zeit.

Ueberhaupt nicht hilft uns dabei die Vorstellung einiger tausend Erdumlaeufe um

das Zentralgestirn, auch Jahre genannt, sondern die Position von uns Menschen auf der Zeitlinie ist damit gemeint.

Wir wissen nicht genau, ob der Neanderthaler ein friedliebender Mensch war;

aber wenn es um die Friedensliebe, und um das Durchhalten des Friedens ginge,

muesste der Pfeil - wenn der Zeitstrahl ueberhaupt z w e i Richtungen hat -

in unserer Zeit nach h i n t e n weisen, eben, zeitlich betrachtet, ins Neanderthal.

Uebrigens Europa und die Steinzeit. Kennt ihr den?



. . .Fahren zwei Elektrotechnik-Studenten nach Karlsruhe zur LINUX-Computer-

fachmesse. Da das Wetter schoen war, und die >Grosse< Freiheit (neues Auto)

lockte, beschlossen sie, >an den Bodensee<, und nach Oesterreich zu fahren.

Sie naeherten sich also dem Bodensee, und zwar - von Norden betrachtet - an

der rechten Seite. Fahren frohgemut, so mit 50 Sachen, auf die Grenzstation

(>Oesterreich<) zu, und dachten an Europaeische Union, Schengener Abkommen,

u s w . Als die zwei Grenzbeamten, die das Fahrzeug schon erwartet hatten,

zur Seite sprangen merkte der Fahrer, dass irgend etwas nicht in Ordnung war,

und bremste abrupt. Es naeherte sich dem Wagen der beiden Huebschen ein Beam-

ter und kollerte im schoensten Schwyzerduetsch: >Herrschaften! Hierr iisst

Eurropa zu Ende!<

Aber alles ging glimpflich ab; die Beiden backten kleine Broetchen, und der

Beamte ermahnte sie, in Zukunft besser aufzupassen, er haette ihnen garan-

tiert die Feldgendarmen nachgejagt. ...Nicht auszudenken was passiert waere,

an einer deutschen Grenzstation zur EU-Aussengrenze, wo die Beamten an be-

sonderen Tagen durchaus mit ihrer M.P. bestueckt stehen. . .

Die Beiden fuhren dann nach links, immer noch von Norden betrachtet, um den

Bodensee herum nach Oesterreich, und dann nach Bayern zur Zugspitze.

... Dem Chronisten ist nicht bekannt, ob die Beiden auch noch die notwendi-

gen Auto-Plaketten fuer die jeweilige Passage erwerben mussten.

Bekannt ist dem Chronisten hingegen, dass einer der Beiden tierisch auf die

>Scheiss Aldi< (Strassen)karte schimpfte, wegen der Unuebersichtlichkeit der Grenzen

am Bodensee... Oh, Aldi, verzeihe ihnen! Denn du kannst gewiss nichts fuer

die bescheuerte Grenzziehung in Europa. . .

Ein Konterfei vom Dichter.

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