EXTRASCHICHT

 

 

 
 

Kulturarbeiter kamen zur Extraschicht auf Zeche Ewald nach Herten

 
  Zeche Ewald - Illumination "IDEMA-Event"

In der beeindruckenden Kulisse der jüngst geschlossenen Zeche Ewald legten in der vergangenen "Nacht der Industriekultur" Lichtinstallateure, bildende Künstler und Musiker aus dem Umfeld der freien Künstlergruppe FAMILIE SCHUMANN eine achtstündige Extraschicht ein, um geneigten Besuchern Einblicke in ihre Arbeitsweise zu gewähren und die verlassene Produktionsstätte für eine Nacht in ein poetisches Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Noch bis vor einigen Jahren galt hier der familienähnliche Zusammenhalt unter den "Kumpels" als begünstigende Voraussetzung für motivierte Produktion. Am 12. Juli 2003 wurde den Besuchern der Zeche Ewald klar, dass ähnlich wie damals im Bergbau, in dieser Nacht für Musik und Kunst eine familiäre Atmosphäre eine gute Schaffensgrundlage sein kann.

 
  "Förderturm" - Lex Spielmann

Die Wahlverwandten des Musikers und Medienkünstlers Ralf Schumann spiegeln mit ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen die Bandbreite gegenwärtiger künstlerischer Aktivitäten, die sich im Ruhrgebiet während und nach der schwarzgoldenen Kohlezeit entwickelt hat. Bildhauer, Maler, Fotografen, Installations- und Performancekünstler und Musiker zeigten vor Ort, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit dem Thema Strukturwandel sein kann. Die Künstler arbeiteten innerhalb des verwinkelten Gebäudekomplexes räumlich getrennt an ihren Projekten und demonstrierten dem interessierten Publikum, auf welche Weise sie an der Entwicklung von der Kohle- zur Kulturproduktion teilnehmen.

Dabei stand die Arbeit der beteiligten Künstler jedoch nicht nur für sich selbst, sondern wurde in der hier ausgerufenen "Nacht der Industriekultur" in Anlehnung an den industriellen Produktionsprozess zusätzlich zu einem größeren Ganzen zusammen geführt.

 
  Zeche Ewald - Illumination "IDEMA-Event"

Während Klangkunst, Jazz, Populärmusik und Klassik dezentral im Gebäude erschallten, führte Ralf Schumann diese Elemente an zentraler Stelle nahe dem Förderturm zusammen, um sie mit weiteren Klängen durch Elektronik modifiziert als eine multimediale Live-Präsentation dem Publikum zu präsentieren. Eine Video-Installation mit Live-Bildern vom Inneren der Halle machte den ankommenden Besuchern auf Großbildschirmen sichtbar, auf welche Weise die am Projekt beteiligten bildenden Künstler den Wandel der Zeche Ewald von der einstigen Heimat der Bergarbeiter zur neuen Heimat für Kulturarbeiter erlebten.

Die markantesten Gebäudeteile (Fördertürme, Hallen, ...) wurden den ganzen Abend über farblich effektvoll illuminiert und machten den Spielort weit über die Grenzen der Stadt Herten hinaus sichtbar.

 
  Zeche Ewald - Norbert Prusko (Saxophon)

Zuschauern mit weiter gehendem Interesse an den unterschiedlichen Aktionen und Kunsträumen gewährten regelmäßige Führungen detailliertere Einblicke in die skurrile Kulisse der ehemaligen Produktionsstätte.

Neben der Ausstellung "Ewald gestern - heute - morgen" mit Video-Projektionen und Fotografie als Zeitzeugen des Wandels hielt das Musik-Café "In Motion" als kommunikativer Treffpunkt und zur Entspannung den ganzen Abend über Erfrischungen und leckere Imbisse bereit.

Die Dokumentation der Akionen wird den fortschreitenden Wandel der Ruhrregion auch im Internet sichtbar machen.

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Idee, Konzeption & Realisation:  Peter Ritter, Ralf Schumann, IDEMA-Event