EXTRASCHICHT

Kulturarbeit auf Zeche Ewald in Herten

 

Ralf Schumann

Ralf Schumann

Mischpult, Elektronik, Orgel, Vinyl

Umweltsignale werden durch Elektronik manipuliert und gleichzeitig durch eigenes Spiel angereichert. Stilmittel wie Irritation, Provokation und Harmonie nutzend, ergänzt er so die primär auf visuelle Erfahrung angelegte bildende Kunst. Im Rahmen der Extraschicht wird er klanglich an die großen Zeiten der hiesigen Industriekultur erinnern, aber auch darstellen, wie nach deren Ableben die neu entstandenen Freiräume zu füllen möglich sind.

Yann Keller

Yann Keller

Leben, Elektronik, Klangskulpturen, Kontrabass

Hin und her reisend, nicht nur zwischen den Hauptstädten und Spielstätten Europas, sondern auch innerhalb der eigenen geschlechtlichen Identitäten, demonstriert Yann Keller, dass für Künstler "in motion" die Zeche Ewald, irgendwo zwischen Kopenhagen und Barcelona, in diesen Tagen eine ganz normale Station des Lebens in und mit der Kunst ist.
"manchmal taucht aus dem Chaos hymnenartig etwas lyrisches, schönes, bizarres, feines auf"
"ich suche nicht nach Harmonie"

Anne Krickeberg

Anne Krickeberg

Stahlcello, Soundcollagen

Die Musikerin und Medienkünstlerin wird trotz derzeitigem gesundheitlichen Handicap mit ihrem Stahl-Cello und vorproduzierten Klangcollagen den Besuchern der Zeche zeigen, dass auch MusikerInnen mit klassischer Ausbildung sich auf den Umgang mit modernster Elektronik verstehen und auf experimentelle Improvisationen einlassen können.

Peter Ritter

Peter Ritter

Saxophon, Multitracking

Der Saxophonist und Saxophonlehrer spielt verschiedene andere Instrumente und hat in seinen vielen Musikerjahren in zahlreichen Bands, Projekten oder als Studiomusiker kaum einen stilistischen Bereich ausgelassen. z.B. als Begleiter von Jazzsängerinnen wie Betty B., Katrin Mander, J. Elsche, B. Zacher, mit seinem eigenen Jazzquartett, in Reggae und Raggaformationen mit "Nitelife" Garey Buckley, Josef Grant u.a., Rock, Pop, Funk, Soul, aber auch Experimentelles und freie Improvisationsmusik, hier oft in Verbindung mit bildender Kunst und/oder Performance-Art. In diesem Spannungsfeld bewegt er sich auch in seiner Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe um Familie Schumanns "Künstlerküche" während der "Extraschicht" in der "langen Nacht der Industriekultur" auf Zeche Ewald.

Dominika Bonk

Dominika Bonk

Violine, Gesang

In ihrem gewohnten Arbeitsbereich und Umfeld der Kolleginnen und Kollegen der klassischen Musik findet sie nur selten Kooperationspartner, die bereit sind, sich nicht nur auf notierte Vorgaben einzulassen, sondern während der Prozedur des musikalischen Schaffens alle Eindrücke zu verarbeiten, die ihnen die jeweilige Umgebung während ihres Spiels anbietet.

Philipp Kreperat

Philipp Kreperat

Gitarre

Für den vom Jazz kommende Gitaristen ist der einzelne Ton bzw. Klang innerhalb eines Stückes nicht weniger bedeutungsvoll, als die Komposition als Ganzes. Dies hat zur Folge, dass seine Arbeitsweise nicht nur für ihn meditativ ist. Auch dem Zuhörer dürfte es schwer fallen, sich der hier entstehenden sinnlichen Atmosphäre zu entziehen.

Echo Ho 

Hannes Hoelzl 

earweego

duo electr. improv., colgn.
Echo Ho - Beijing, Hong Kong
Hannes Hoelzl - Italy, Amsterdam

"earweego the cat is a soundwalker; travels the world to reveal the unheard.
this time, he settles down in the miners' house, home of mountain movers.
memories of the flying mountains, he shares emotions from the roof of the world, echoes from remote hillscapes and stony rivers.
working men's stories and legends of power; forgotten tales of the future and unimagined histories."

- a space of sound, the music starts in your ears -

Edda Gerusel

Edda Gerusel

Skulpturen

Im Kontrast zum industriellen Ambiente wird sie ein Stück Wald in die Zeche holen, und dem interessierten Publikum zeigen, wie man Material und Formen, welche die Natur uns anbietet, im künstlerischen Schaffen auf sehr persönliche Weise neu erleben kann.

Lex Spielmann

Lex Spielmann

Skulpturen, Malerei

Der Förderturm als Symbol der Vergangenheit - in neuem Glanz weckt er den Hintergrund für neue Schatten. Die Menschen, die jüngst noch Betreiber der alten und nun Betrachter der neuen Produktionsstätte sind, bilden den Mittelpunkt des Raumes im Wandel der Zeit. Als Ort der Begegnung zwischen gestern und heute wird sein Abbild zum Schnittpunkt der Begegnung. Was von dieser Arbeit mit Farben, Licht, Papier, Graphit und Schweiß noch nach der Extraschicht zu sehen bleibt, ist ein Zeugnis der Zeit aus dem Staub von gestern und heute.

Jürgen G. Bartsch

Jürgen G. Bartsch

Malerei, Grafik, Installationen, Objekte, Fotografie

Als jemand, der von dem Strukturwandel im Ruhrgebiet geprägt worden ist, Ausbildung am Hochofen, Studium der Kunst und der Sozialwissenschaften, Weiterbildung im Bereich digitale Medien/Mulimedia, betätigt er sich in dem ausgesuchten Ambiente der Zeche Ewald als Installationskünstler, der sich von seiner Spontanität leiten lassen will, um das Spannungsfeld zwischen gestern und heute anschaulich zu machen.

Norbert Prusko

Norbert Prusko

Fotografie

Der Fotograf und Mediendesigner, dessen Arbeiten bis weit über unsere Grenzen hinaus bekannt sind, möchte sich in dieser Nacht als für die Kultur tätiger Extraschichtler, aus ganz persönlichen Gründen mit einem anderen Medium als der Fotografie beschäftigen. Er wird, seine künstlerische Freiheit nutzend, inspiriert von dem skurrilen Ambiente der Zeche Ewald seine gefühlvolle Ausdrucksweise zu unser aller Überraschung dieses Mal per Saxophon für den Besucher erlebbar machen.

Guido Berndsen

Guido Berndsen

Arbeiten mit Kohle

Farbe, Leinwand, Holz und Metall sind seine gewöhnlichen Arbeitsmittel. Inspiriert von dieser einmaligen, immer noch authentisch erlebbaren Stätte des Steinkohlebergbaus wird er sich in dieser Nachtschicht vornehmlich dem Material widmen, dass noch bis zu Beginn dieses Jahrtausends hier auf Ewald alles und alle bewegte.

Christian Döring

Christian Döring

Arbeit mit Rostschutz

"Ich habe vorher noch nie einen Ort erlebt, der so sehr "Arbeit" ist. Wo einer nur die reine Arbeit und deren zukünftigen Umfang erkennt, sieht ein anderer den hohen Sisyphusanteil und die damit verbundene Aussichtslosigkeit. Ein weiterer empfindet es vielleicht als eine Form der Werterhaltung und spürt die damit einhergehende Hoffnung und noch ein anderer findet einfach den Kontrast von Orange und Schwarz "schön".

Michael Burzan

Michael Burzan

KUNZT und Autor

KUNZT von der Rolle. Sagte jemand zu Andy Warhol: "Pablo Picasso hat in seinem Leben 4000 Meisterwerke geschaffen". Dazu Warhol: "Wirklich? Das mache ich in 24 Stunden."
Wie viel Formen, Farben, Ideen, Zeit braucht ein Kunstwerk?
Wie viel Zeit braucht man, um 4000 Bilder zu malen?
Was entsteht, wenn das Denken ausgeschaltet wird, wenn nur 20 Sekunden für die Gestaltung eines Quadratmeters bleiben?
Stoff kommt von der Rolle. Produktion läuft wie am Fließband. Billig-Kunst, stückweise zu haben für 10 Euro pro Quadratmeter.
Bilder aus Deutschland. In Extraschicht aus dem Schacht.

Norbert Patzke

Norbert Patzke

Performance

Er entwirft elektronische Schaltungen für aktuelle und zukünftige industrielle Produktionen. Im Rahmen der Extraschicht hat sich unser Postprofessor zur Aufgabe gemacht, den Beweis zu erbringen, dass selbst gebrannte CDs nicht unbedingt eine Bedrohung der Musikindustrie bedeuten müssen.

Olga Shishkov

Olga Shishkov

Tarot-Performance

Wie geht es einer Ausgebombten nach einem Jahr im Dreck des Reviers? Olga Shishkov zeigt, wem das Wasser bis zum Hals steht und schaut gleichzeitig für Sie in die Zukunft!

Karl

Karl

Sammler

Der Wertgutretter sammelt noch zu sammelnde Werte, die er noch nicht gesammelt hat. Relikte aus der letzten Schicht und Bilder aus der Extraschicht.

CHRISSI

CHRISSI

Foto-Performance

In der noch gut erhaltenen Kaue hängen noch die verwaisten Körbe der ehemaligen Belegschaft. Am Ende der Extraschicht jedoch werden sie wieder gefüllt sein.

Der Berzelmeier

Der Berzelmeier

"Rote Himbeeren sind rot!"  (Kurt Schwitters)