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1. Herkunft

Seinen Ursprung hat das Vorhaben Theater Arbeit Duisburg in Duisburg-Bruckhausen. Hier gründeten 2003 vier professionelle freie TheatermacherInnen (zuvor tätig u.a. im Forum Freies Theater (FFT), Düsseldorf) das Junge Theater Bruckhausen (JTB). Zunächst lief diese Initiative parallel zur weiteren Arbeit mit professionellen SchauspielerInnen in Düsseldorf.

Die erste Produktion des JTB, das „Projekt 1“, hatte Ende Dezember 2003 in der Baustelle des im Umbau befindlichen Kulturbunker Bruckhausen Premiere. Diesem Gründungsprojekt folgten die Theater-HipHop-Inszenierung "Aktion Schwarzer Vogel" (zusammen mit der HipHop-Gruppe Poedra) und "Das Stück mit dem Schiff" (alle Stücke basierend auf freien Improvisationen der jugendlichen SchauspielerInnen).

2004 wurde das JTB Mitglied im neu gegründeten Verein Kultur­bunker Bruckhausen e.V., in dem Stefan Schroer auch als Vorstandsmitglied mitwirkte. In diesem Kontext gründete er das Planungsforum Bunker-Theatertisch (bereits hier u.a. mit regional / national tätigen (Stadt-) Theater-RegisseurInnen und SchauspielerInnen), dessen Ziel es war, über die Arbeit mit Jugendlichen hinausgehende kulturelle, künstlerische, insbesondere Theater-Visionen und ein diese umsetzendes Programmkonzept für den Kulturbunker Bruckhausen zu entwickeln.

Ein erstes praktisches Ergebnis dieser Bemühungen war das mit professionellen Schauspie­lern realisierte Theaterprojekt "Zwischenfälle" (Premiere in Bruckhausen: 2. Juli 2005; weite­re Aufführungen in Bruckhausen und auf dem Festival Mask Off in Bochum folgten). Parallel dazu produzierte das JTB seine Projekte "Americ/ka" und "Das Schloß" (jew. nach F. Kafka), in deren Realisation es seine ersten internationalen Kontakte - für "Americ/ka" nach England, für "Das Schloß" nach Polen - knüpfte. Wesentliche Teile dieser Inszenierungen entstanden auf Reisen nach Newcastle (England) bzw. Bröllin (dt.-pl. Grenzregion).

Als ein Ergebnis dieser internationalen Kontakte fand im Juni 2006 das Europäische Jugendtheaterfestival in Duisburg-Bruckhausen statt. An sieben Tagen kamen hier neun verschiedene (Jugend-)Theaterinszenierungen zur Aufführung, darunter auch die Premiere der (mit im Ruhrgebiet lebenden Flüchtlingen realisierten) Eigenproduktion "Flüchtlingsgespräche".

Bereits im Januar 2006, dann noch einmal im Juni 2006 wurde - als Ergebnis einer halbjäh­rigen theoretisch-praktischen Forschung und künstlerischen Arbeit in Kooperation mit dem Essener Verein Theorie und Praxis - das Projekt "Der Stand der Dinge. Bruckhausen" prä­sentiert: eine Fotoausstellung, eine dreiteilige Theateraufführung, eine HipHop-CD, und die gleichnamige Publikation zum Projekt.

Spätestens mit diesen beiden größeren Projekten: "Der Stand der Dinge. Bruckhausen" und Europäisches Jugendtheaterfestival, zeigte sich der bislang primäre Arbeits- und Veröffentlichungsort, der Kulturbunker Bruckhausen, als strukturell überfordert. Bei der Vorbereitung und Durchführung dieser - ausschließlich aufgrund eigener Initiative der Projektverantwortlichen von EU, Bund, Land NRW, Stadt Duisburg sowie durch privatwirtschaftliche und Stiftungs-Engagements geförderten - Projekte erwies sich diese Institution in ihrer mangelhaften inhaltlichen und organisatorischen Aufstellung als mehr hemmender denn fördernder Faktor.

Die entstandene Notwendigkeit der Erschaffung einer neuen, professionellen Produktionsstruktur, veranlasste die zuvor primär in Bruckhausen tätigen bzw. mit Planungen für eigene Engagements an diesem Ort befassten TheaterkünstlerInnen zur Gründung von Theater Arbeit Duisburg (TAD).

2. Gegenwart

Im Juli 2006 traf sich das Gründungsteam von TAD zu einer ersten gemeinsamen Arbeitswoche in Duisburg, in der die Zielsetzungen der zu gründenden Produktions­gemeinschaft auf inhaltlicher (ästhetischer, theaterpraktischer, gesellschaftlicher) sowie struktureller Ebene diskutiert wurde. Bereits hier war auch die Option 'Theaterschiff' Teil der Überlegungen. In dieser ersten Planungsphase wurde auch beschlossen, dass neben der anstehenden Ausarbeitung des Konzepts und seiner Diskussion mit kulturellen und politischen VertreterInnen der Stadt Duisburg und der Region NRW bereits mit konkreten Theaterarbeiten begonnen werden soll.

Die erste dieser Arbeiten war die Produktion "Marmor", die am 12. November 2006 eine Vorpremiere im AZ Mülheim erfuhr. Nach einer weiteren Probenphase Mitte Februar ist die Duisburger Premiere für Ende März 2007 vorgesehen. Für eine Präsentation am 2. November 2006 in Duisburg-Mitte (DJäzz) wurde ein neues Aufführungsformat aus dem Material des Projekts "Der Stand der Dinge. Bruckhausen" entwickelt und erstmals veröffentlicht. Für zwei weitere Theater-Projekte: "PopShop" und "Das Weiße wird uns immer fremder - Meet John Doe", wurde mit der Vorbereitung bzw. bereits mit den Proben begonnen. Diese Inszenierungen werden im April und Mai 2007 Premiere haben.

Im Rahmen der konzeptuellen Ausarbeitung des Vorhabens TAD kam es u.a. zu Gesprächen mit dem Verband freie darstellende Künste NRW, der Bürgerstiftung Duisburg, der Bundeskulturstiftung, den LeiterInnen der Duisburger Kulturstätten Alte Feuerwache Hochfeld und Die Säule und zu einem gemeinsamen Treffen mit der Leiterin des Kulturbüros Duisburg, dem Kulturbüro-Beauftragten für die freie Kulturszene in Duisburg, dem Schauspieldirektor des Theater Duisburg und dem Leiter des Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Die internen und externen Diskussionen des Vorhabens TAD mündeten am 14. November 2006 in die Gründung des gemeinnützigen Vereins Theater Arbeit Duisburg e.V. Neben der Satzung beschloss die Gründungsversammlung die grundsätzlichen inhaltlichen und strukturellen Zielsetzungen des Vereins und verabschiedete einen ihre schrittweise Umsetzung beinhaltenden Arbeitsplan für die Jahre 2006 bis 2010.

3. Zukunft (Entwicklungsplan)

3.1. Produktionsbedingungen

Als wichtigste Produktionsbedingung strebt TAD bis April 2007 die Anmietung und technische Ausstattung eines eigenen Probenraumes an. Idealerweise sollte dieser Raum im nördlichen Teil Duisburgs gelegen sein, um auch dem Jungen Theater Bruckhausen, das in die Struktur von TAD integriert wurde, einen neuen Probenort zu geben.

Eine ähnlich wichtige Produktionsbedingung ist die möglichst breite Akzeptanz und Unterstützung des Projekts TAD in der Stadt Duisburg und seiner Umgebung sowie seine Vernetzung mit anderen Initiativen und Institutionen verwandter inhaltlicher Ausrichtung. Hierum hat sich der bestellte Vorstand von TAD in den letzten Wochen bereits sehr erfolgreich bemüht und wird sich weiterhin intensiv bemühen: durch Gespräche mit (kultur-)
politisch Verantwortlichen auf städtischer Ebene und auf Landesebene sowie mit kulturschaffenden, -koordinierenden und/oder -fördernden Menschen und Institutionen in Duisburg und Umgebung (Ruhrgebiet, Düsseldorf), aber auch darüber hinaus (konkret bisher: München, Berlin, Potsdam, Hamburg, osteuropäisches Ausland).

3.2. Theaterprojekte

2007

Bis Juli 2007 wird TAD fünf Theaterproduktionen realisieren.

  • "Marmor" (Leitung: Schlappig, Schroer) wird Ende März 2007 zu seiner Duisburger Premiere gelangen.

  • "PopShop" (Leitung: Schlappig, Schroer, Zhukov), eine Theaterarbeit mit Gefangenen der Jugendarrestanstalt (JAA) Düsseldorf (auch zuständig für verurteilte Jugendliche aus Duisburg), fand zunächst im Januar und Februar 2007 in der JAA Düsseldorf statt. Voraussichtlich im März und April 2007 wird diese Arbeit in Duisburg (die Jugendlichen sitzen nur für maximal 4 Wochen im Arrest) beendet und zur Aufführung gebracht werden.

  • "Das Weiße wird uns immer fremder - Meet John Doe" (Leitung: Kloepfer, Schroer), ein Theaterstück und Hörspiel nach einer wahren Begebenheit im Oktober 2006 - ein amerikanischer Irakkriegs-Veteran übernimmt für eine Nacht das Kommando in einer Duisburger Intellektuellen- und Künstlerkneipe - wurde im Dezember 2006 entwickelt und geschrieben und im März / April 2007 mit 5 professionellen SchauspielerInnen einstudiert. Premiere hat das Stück am 2. Mai 2007 in Essen (Kulturzentrum Grend).

  • "Wehikul Czasu - Die Zeitmaschine" (Leitung: Cristofolini, Schroer, Zhukov), ein Projekt des JTB in Kooperation mit dem polnischen "Theatr Brama", entstand vorbereitend im November und Dezember 2006 in Duisburg und Strczelewo (PL) und in gemeinsamer Probenarbeit vom 27. Dezember 2006 bis 4. Januar 2007 in Bröllin. Die polnische Premiere fand am 5. Januar 2007 in Szczecin (PL), die deutsche Premiere am 6. Januar 2007 in Berlin statt. Aufführungen in Duisburg, Mülheim, Essen und Dortmund sind für Ende Mai / Anfang Juni 2007 vorgesehen.

  • "You and We" (Arbeitstitel; Leitung: Cristofolini, Schroer, Zhukov) ist die Fortsetzung des vorherigen JTB-Projektes und findet wiederum in Kooperation mit dem polnischen Theatr Brama statt. Es basiert auf den freien Improvisationen der insgesamt 18 beteiligten deutschen und polnischen Jugendlichen. Die Proben beginnen im Mai 2007, Aufführungen sind für Anfang Juli 2007 in Szcecin, Berlin und im Ruhrgebiet geplant.

Für November 2007 plant TAD eine gebündelte Präsentation seiner jüngsten Arbeiten. Neben den eben genannten sind dies das zuvor erwähnte Projekte "Der Stand der Dinge. Bruckhausen" (Neufassung) sowie drei weitere, in den Monaten Juli bis November 2007 produzierte Inszenierungen, die zu einer gemeinsamen inhaltlichen Fragestellung erarbeitet, aber künstlerisch auf sehr unterschiedliche Weisen angegangen werden: als professionelles Schauspieltheater (Leitung: Schlappig, Schroer), als Theaterarbeit mit Flüchtlingen (Leitung: Zhukov, Schroer), als theoretisch-praktische und künstlerische Sozialraumerforschung (Leitung: Cristofolini, Schroer). Ergänzt wird die kollektive Präsentation dieser Projekte im Dezember 2007 um Gastspiele von Theaterproduktionen aus dem In- und Ausland. Die siebzehntägige Veranstaltungsreihe soll keinen Festival-, sondern einen Diskussions- und Arbeitscharakter haben, durch die weniger die präsentierten einzelnen Ergebnisse als die grundsätzlichen Aufgaben und Ziele von TAD und generell von (freier) gegenwärtiger Theaterarbeit in den öffentlichen Diskurs gebracht werden sollen. Diesem Anspruch entsprechend wird es in diesen Tagen nicht nur Theateraufführungen, sondern auch öffentliche Diskussionen und fachliche Symposien geben.

2008

Neben einzelnen Inszenierungen, deren Thematiken, ästhetische Formen und personelle Verantwortlichkeiten sich aus den Erfahrungen der Projekte im Jahr 2007 ableiten werden, plant TAD in diesem Jahr eine Beteiligung am Festival Duisburger Akzente. Das hierfür annoncierte Thema "Wandel der Arbeit" will TAD in Bündelung aller seiner personellen und inhaltlichen Ressourcen und Kompetenzen sowie deren Ausweitung durch einzugehende Kooperationen im Hafenstadtteil Duisburg-Ruhrort erforschen. Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Handels- und Produktionssektors Binnenschifffahrt inklusive seiner Auswirkungen auf das individuelle und kollektive Leben der Menschen, die in diesem Sektor beschäftigt sind bzw. waren oder ihr Leben im Kontakt bzw. getrennt vom benachbarten, global aktiven wirtschaftlichen Standort gestalten, wird Thema vielschichtiger theoretischer wie künstlerischer Arbeit(en) sein. Noch in seinem rohen, unrenovierten Zustand soll in diesem Projekt das Schiff "Fendel" erstmals als sehr besonderer (Ausstellungs- und Theater-) Präsentationsort in Erscheinung treten.

2009 / 2010

Ende 2006 hat TAD einen Ideenvorschlag für Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas eingereicht; ein zweiter wird folgen. In beiden Projektideen spielt das Theaterschiff, das TAD bis Mitte 2009 zu errichten sich vorgenommen hat, eine zentrale Rolle.

1) Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 sollen die künstlerischen Vorarbeiten zu einem in Kooperation mit Theorie und Praxis (Essen), Artscenico (Dortmund) und dem Verband freier darstellender Künste NRW konzipierten, das Ruhrgebiet von West nach Ost durchmessenden Projekt beginnen (Gesamtleitung: Cristofolini (TAD), Schroer (TAD / TuP), Dennemann (Artscenico / Verband freie darstellende Künste NRW)). Schlussendliches Ziel ist die Produktion einer in drei Tagen auf Wasserwegen durch das Ruhrgebiet zu erfahrenen komplexen Inszenierung, in der die Fahrtabschnitte über den Dortmund-Ems-Kanal, den Rhein-Herne-Kanal und den schifffahrtstauglichen Abschnitt der Ruhr von Dortmund nach Oberhausen, von Oberhausen nach Mülheim und von Mülheim nach Duisburg als Inszenierungen gestaltet sind, die in dramaturgisch stringent komponierten Verbindungen von auf dem Schiff und an den Ufern der befahrenen Strecke erlebbaren visuellen, akustischen und theatralen Ereignissen bestehen. Am Abend findet an den Anlegestellen des jeweiligen Streckenabschnitts im Theaterraum des Schiffsinneren jeweils eine der drei bereits 2009 im Hinblick auf 2010 produzierten, in sich geschlossenen Theaterinszenierungen statt. Die Streckeninszenierungen sowie die autonom entstandenen Theaterinszenierungen beschäftigen sich mit denselben Fragestellungen, die sich aus der Geschichte und Gegenwart des erfahrbar zu machenden Ruhrgebiets ergeben. Die Inszenierungen am Uferrand entstehen in Kooperation mit freien TheatermacherInnen und anderen KünstlerInnen der Region. Die vorab produzierten Theaterinszenierungen entstehen im selben (flexiblen) Bühnenbild und unter einheitlicher Dramaturgie (Cristofolini, Schroer), jedoch nach verschiedenen Texten / Textformen, in unterschiedlichen Theaterformen und unter verschiedenen Regien (Schlappig, Kloepfer, Dennemann).

2) In Kooperation mit der Duisburger KünstlerInnenvereinigung Kulturwache sowie internationalen PartnerInnen ist für die zweite Jahreshälfte 2010 eine Schiffsreise zu den beiden weiteren Kulturhauptstädten Europas 2010, nach Pécs (Ungarn) und Istanbul (Türkei) geplant. Diese Reise beinhaltet auch einen interkulturellen Austausch in anderen Kunstsparten (v.a. Musik). Im Bereich Theater sollen unter der Gesamtregie von TAD auf der Reise mehrere internationale und interkulturelle Inszenierungen (bzw. eine, sich ständig radikal wandelnde Inszenierung) entstehen, die während der langen Fahrt und längerer Aufenthalte in einigen Häfen auf dem Weg von West nach Ost erarbeitet werden (bzw. wird). Hierfür werden sich für je einen längeren Streckenabschnitt TheaterkünstlerInnen (SchauspielerInnen, RegisseurInnen etc.) aus den durchreisten Ländern und Regionen mit auf das fahrende Schiff begeben, um sich an der künstlerischen Probenarbeit zu beteiligen. In vorher festgelegten Häfen (Zwischenstops und Pécs bzw. Istanbul) wird die auf dem Reiseabschnitt zuvor erarbeitete Inszenierung präsentiert werden. Beteiligte dieser Inszenierung werden das Schiff verlassen und neue Ensemblemitglieder angeheuert.

3.3. Das Theaterschiff

Das Schiff "Fendel", derzeit im Besitz der Stadt Duisburg / des Museums für Deutsche Binnenschifffahrt, ist einigen TAD-Verantwortlichen bereits seit Ihrer Arbeit an der JTB-Produktion "Das Stück mit dem Schiff" bekannt: einige der Proben zu dieser Inszenierung fanden auf diesem Schiff statt. In den Gründungsvorbereitungen zu TAD im Juli 2006 wurde dann die Überlegung diskutiert, dieses Schiff in ein "Theaterschiff" umzuwidmen.

Seither gab es drei Schiffsbegehungen mit den an dieser Projektidee Mitwirkenden (TAD-Mitglieder, einer Architektin, einem potenziellen Gastronomiebetreiber) und Vertretern des Museums für Deutsche Binnenschifffahrt. Ein weiteres Treffen u.a. mit Herrn Kemper, Leiter dieses Museums, fand im Rahmen eines allgemeinen Austauschs über das Vorhaben TAD im Kulturamt der Stadt Duisburg statt.

Diese Vorgespräche ergaben ein großes Interesse an der Idee "Theaterschiff Fendel". Von Seiten des Museums für Deutsche Binnenschifffahrt wurde TAD eine enge Zusammenarbeit bei ihrer Realisierung angeboten. Der Duisburger Kulturdezernent, Herr Janssen, der das Vorhaben TAD als Ganzes zu unterstützen versprach, hat Teile der Realisierungsschritte für die Idee "Theaterschiff" zur 'Chefsache' erklärt und die wichtigsten Entscheidungsträger in dieser Sache zu einem gemeinsamen Gespräch geladen.

Voraussetzung für eine aktive Unterstützung des Vorhabens ist weiterhin a) eine professionelle Aufstellung des TAD-Vorhabens insgesamt (zum Planungsstand hierzu siehe oben) und b) eine detaillierte Planung zum Umbau des Schiffs und seinem späterem Betrieb als Theaterschiff. Hierzu besteht folgender Zeitplan:

2006 / 2007

Mit Hilfe des Museums für Deutsche Binnenschifffahrt hat die mit TAD assoziierte angehende Architektin Agnieszka Wnuczak mittlerweile alle dem Museum vorliegenden Baupläne des Schiffs erhalten und Namen und Sitz der Werft (Schiffs- und Maschinenbau AG, Mannheim) erfahren, die das Schiff "Fendel 147" erbaut hat. Einen exakten Bauplan des Schiffs sucht Frau Wnuczak derzeit über die Nachfolgewerften der Erbauerin, die auftraggebende Reederei (Stinnes) oder das Archiv der Stadt Mannheim zu erhalten. Alternativ, falls die Originale nicht mehr existieren, wird sie zur Ergänzung / Überprüfung der vorliegenden Pläne eine Vermessung des Schiffs vornehmen lassen.

Mit Armin Thomesen (Musiker, zuletzt Betreiber des Schwitzkasten in der Claubergstraße, in den 1980er Jahren Mitorganisator beim Moers Festival, seit über 30 Jahren aktiver Jazz- und Blues-Musiker in diversen Bands), wurde zwischenzeitlich ein potenzieller Betreiber der Schiffsgastronomie gewonnen. Für die zukünftig geplante, über den Bereich Theater hinausgehende kulturelle Veranstaltungssparte ist er - zusammen mit Can Ülacan (Betreiber des Duisburger Jazzclubs DJäzz) - für den Bereich Musik als verantwortlich vorgesehen.

Anfang Dezember 2006 fand eine weitere Schiffsbesichtigung durch die Architektin statt, in der sie die Räume fotografisch erfasste und erste Vermessungen vornahm. Anfang Januar 2007 reiste der TAD-Vorstand zusammen mit Frau Wnuczak nach Potsdam und Anfang Februar nach Hamburg, um mit den dortigen Betreibern von Theater-/Kultur-/Kneipenschiffen (in Potsdam gibt es zwei, in Hamburg drei solcher Objekte) in einen Dialog über ihre Erfahrungen beim Umbau und Betrieb ihrer Schiffe zu treten.

Auf Basis der gewonnenen genauen bauplanerischen Daten wird Frau Wnuczak ab Februar 2007 in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Prof. Claus Steffan der TU-Berlin einen Umbauplan für das Schiff "Fendel" zum Theaterschiff entwickeln. Diese Arbeit geschieht in engem inhaltlichem Austausch mit den TAD-Verantwortlichen. Aus ihrem eigenen theaterpraktischen Wissen und unterstützt durch noch weit mehr erfahrene Kollegen seit langem etablierter Theater wird TAD mit Frau Wnuczak während ihrer Entwurfsarbeit über alle räumlichen/technischen Anforderungen eines Theaterbetriebs in dauerhaftem, intensiven Dialog stehen. Analoges gilt für die Anforderungen des gastronomischen Betriebs und des Schiffsbaus.

Im Juni 2007 wird der erste architektonische Entwurf vorliegen und mit ihm auch die Möglichkeit einer exakten Finanzkalkulation der Umbaumaßnahme. Bereits ab Anfang 2007 wird der TAD-Vorstand (zunächst mit gröberen Kalkulationen) mögliche Finanzpartner (aus dem öffentlichen Sektor: EU, Bund, Land NRW; Stiftungen; privates, privatwirtschaftliches Engagement) für das Projekt zu gewinnen suchen. Dem vorlaufend und weiter parallel dazu soll es auf städtischer Ebene zu einer allgemeinen Erörterung über das Vorhaben 'TAD-Theaterschiff' kommen, mit dem Ziel, dass die politisch Verantwortlichen hierzu ihre Unterstützung erklären. Im Rahmen dieses Prozesses sind auch konkrete Fragen zu klären, wie etwa die des Liegestandortes (Ruhrorter Hafen, Innenhafen?), der Lizenzerteilung für den Gastronomie und Veranstaltungsbetrieb, der Einordnung des geplanten kulturellen Angebots in die kulturpolitische Gesamtpräsentation der Stadt Duisburg.

2008

Anfang 2008 soll eine schlüssige Finanzkalkulation für den Umbau des Schiffs und seine folgenden Unterhaltskosten bestehen. Auf dieser und auf Basis der zuvor im Dialog mit der Stadt Duisburg entwickelten schlüssigen Konzeption für die kulturelle Bespielung des Ortes für mindestens 10 Jahre strebt TAD für Anfang 2008 einen Vorvertrag mit der Stadt Duisburg über die Umwidmung und künftige Nutzung des Schiffs "Fendel" an. Auf dieser Grundlage soll das Schiff in seinem noch unrenovierten Zustand integraler Teil der für 2008 geplanten Akzente-Beteiligung von TAD werden.

Ab Juli 2008 wird unter der architektonischen Leitung der dann diplomierten Architektin Agnieszka Wnuczak mit dem Umbau begonnen. Größere Umbaumaßnahmen sollen hierbei auf dem Trockendock vorgenommen werden, auf dem sich das Schiff zu seiner 10-jährlichen Generalüberholung sich befinden wird.

2009

Im Frühjahr 2009 sollen die Umbauarbeiten am Schiff abgeschlossen sein. Bereits in den letzten Wochen / Monaten des Umbaus wird die Theaterproduktion im Probenraum auf dem Schiff aufgenommen werden. Mit einer Eröffnungswoche Mitte 2009 erfolgt der allgemeine Start regelmäßiger kultureller Veranstaltungen und der des Cafébetriebs.