Peer Boysen

Beschreibung

Geboren in Bochum als Sohn des Schauspielers Rolf Boysen wuchs Peer Boysen in Hamburg auf. 1980 begann er als Bühnenbildassistent in Nürnberg, am Residenztheater München und den Münchener Kammerspielen zu arbeiten; vier Jahre später wurde er fester Bühnenbildner am Staatstheater Mainz. Ab 1987 war er als Bühnenbildner freischaffend tätig, u.a. in Ulm, Stuttgart, Gießen, Kaiserslautern, Hannover, München und Wien. 1990 erweiterte Peer Boysen seine Tätigkeit auf das Regiefach – in der Regel bei eigener Ausstattung – und debütierte mit de Bonds Der Sohn des Chao an der Schauburg in München, wo er ab 1991 als Hausregisseur verpflichtet war.

Im Musiktheater setzte Boysen sein Hauptaugenmerk auf die Barockzeit und profitierte hierbei von der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Michael Hofstetter, beginnend 1994 mit Händels Orestes, Serse und Rinaldo am Staatstheater Wiesbaden. Seitdem inszenierte er u.a. bei den Händel-Festspielen in Halle (Rodelinda, 2004/05) und Göttingen (Deidamia, 2003/04); eine engere Zusammenarbeit verbindet ihn seit 2003 mit den Händel-Festspielen in Karlsruhe, wo er nach Giustino, Almira und La Resurrezione im Februar 2008 Giulio Cesare in Egitto herausbrachte. Zwischen 1996 und 1999 inszenierte Boysen u.a. La finta giardiniera (Mozart) und Iphigenie en Aulide (Gluck) in Montpellier und am Staatstheater am Gärtnerplatz in München sowie Rossinis Italienerin in Algier an der Semperoper Dresden mit Philippe Auguin. Bei der Münchener Biennale für neues Musiktheater trat er mit Tarnopolskys Wenn die Zeit über die Ufer tritt hervor. 2001 folgten Jolanthe (Tschaikowsky) am Theater an der Wien und Titus (Mozart) in Innsbruck. Der Freischütz und Don Carlo (Verdi) führten ihn zurück an das Staatstheater Mainz; am Bremer Theater inszenierte er Turandot und Katja Kabanowa (Janáček). Das Tiroler Landestheater Innsbruck verpflichtete ihn ab 2004 für die drei Da Ponte-Opern Mozarts, Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte. In jüngster Zeit brachte er Hoffmanns Erzählungen an der Wiener Volksoper heraus; in Planung sind Die Zauberflöte an der Oper Köln und Le nozze di Figaro mit Valery Gergiev am Marinskij-Theater St. Petersburg.

Neben Regiearbeiten, Bühnen- und Kostümbildern, die Boysen parallel im Schauspiel weiter verfolgte, verfasste er Libretti, Bearbeitungen und eigene Stücke, etwa Sneewitte, Orfeus und Ein Theater nach der Mode, ein Opernpasticcio, das er mit Kobie van Rensburg zusammenstellte.